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Rummel und Ruhe unter Palmen -Zwischen der Touristenhochburg Pattaya und der Dschungelinsel Ko Chang liegen Urlaubswelten

Der erste Eindruck ist ernüchternd. Wenn Sie Bangkok auf der Nationalstraße 3 in Richtung Osten verlassen, fahren Sie mitten in das größte Industrierevier des Landes, das Eastern Seaboard. Kein Meer in Sicht, Kilometer um Kilometer geht es vorbei an Fabrikschornsteinen, Betrieben, Speditionen und Lagerhallen. Aber keine Bange, Sie sind auf dem richtigen Weg. Und wenn Sie bei der Industriestadt Chonburi die Salzteiche passiert haben, kommen auch schon wieder bessere Aussichten. Die rund 700 km lange Ostküste zwischen der Chao-Phraya-Mündung und der kambodschanischen Grenze ist nur im oberen, hauptstadtnahen Teil eine Industrielandschaft. Im Abschnitt zwischen Pattaya und Rayong kommt wieder Urlaubslaune auf. Während an den Stränden von Pattaya Touristen aus aller Welt in den Liegestühlen bräunen, werden die Strände von Rayong fast ausschließlich von großstadtgeplagten Thais an Wochenenden und zur Ferienzeit überschwemmt. Hinter Rayong, einer touristisch uninteressanten Provinzhauptstadt, haben Fischer und Obstbauern den fruchtbaren Küstenstreifen dann wieder für sich alleine. Nur noch zwei größere Städte passieren Sie auf der Weiterfahrt: Chantaburi, berühmt für seine roten Saphire, und Trat, Sprungbrett für den Trip nach Ko Chang. Thailands zweitgrößte Insel (429 qkm) steckt touristisch immer noch in den Kinderschuhen und ist für einen naturnahen Badeurlaub ohne Rummel der schönste Platz an der gesamten Ostküste des Golfs von Siam.

Koh Chang


Eine bergige Dschungelinsel mit bis zu 744 m hohen Gipfeln, ein paar Fischerdörfern und palmenbestandenen Stränden – das ist Ko Chang. Noch Anfang der Neunzigerjahre war Ko Chang ein echter Geheimtipp unter Rucksacktouristen, die in ein paar Bambushütten übernachteten. Es gab keine Straße und keinen Strom. Inzwischen wurde eine teilweise asphaltierte Piste entlang der Strände durch den Dschungel geschlagen, und ein Unterseekabel liefert rund um die Uhr Strom vom nahen Festland. Zumeist sehr schlichte Bungalow-Resorts sind aus dem Boden geschossen wie Pilze nach einem warmen Regen. Aber noch immer überragt kein Bauwerk die Palmen: Hier können Sie die Seele baumeln lassen. Am besten erschlossen ist der schönste Strand, der Hat Sai Khao (White Sand Beach). Am Klong Phrao Beach und am Kai Bae Beach ist das Wasser sehr flach, zum Schwimmen muss man weit hinauswaten. Von Pattaya aus reisen Sie am einfachsten mit einem klimatisierten Minibus an (ca. 400 Baht). Vom Eastern Bus Terminal in Bangkok fahren stündlich Busse in die Provinzhauptstadt Trat (315 km, vier Stunden). Von dort geht es weiter mit dem Songthaeo (öffentlicher Minibus) in 30 Minuten zum Pier im Hafenstädtchen Laem Ngob. Fährboote (ca. 50 Baht) legen um die Mittagszeit bzw. am frühen Nachmittag ab.

Quelle: Marco Polo Reiseführer

 

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Stand: 27. Februar 2010